Stadtgeschichten Juni 2026
Liebe Leserinnen und liebe Leser,
nachdem wir uns in den letzten Stadtgeschichten dem Thema „Ehrenamt“ gewidmet haben wollen wir uns heute dem „Hauptamt“ zuwenden. Wie unterscheiden sich die Arbeiten in den Ämtern? Nun – die Ehrenamtlichen werden gelobt und geehrt, die Hauptamtlichen bekommen Lohn und Gehalt. Alles zusammen kommt eher selten vor. Was mir noch bewusst wurde:
Die in den Büros Beschäftigten sind meistens unsichtbar. Während die Ehrenamtlichen und auch die Beschäftigten im Einzelhandel weitgehend öffentlich sichtbar arbeiten, bleiben die meisten Büroangestellten im Hintergrund. Dabei arbeiten täglich allein in der Stadtverwaltung ca. 1600 – 1700 Menschen im Rathaus und drumherum und ca. 700 in der Kreisverwaltung Auf dem Michaeliskloster (zuzügl. Außenstellen ca. 150 Mitarbeiter). Dazu die vielen Büro-Angestellten von Bund und Land und in der Privatwirtschaft. Hunderte, vielleicht Tausende, die jeden Tag in die Innenstadt hineinfluten und abends meist wieder hinaus.


Als ALA-Mitglied stellte ich weiter fest: Die Büros in den historischen Innenstadthäusern sind nicht unbedingt für Büroarbeit geeignet. In den mittelalterlichen Stadthäusern lagen die Büros „Kontore“ früher fast immer ebenerdig zur Straße hin und keinesfalls unterm Dach oder sonstwo versteckt. Klimaanlagen und behindertengerechte Zugänge sind kaum umsetzbar. Die Treppen sind oft ein Problem und es ist heiß im Sommer.



Haben die Büroberufe auch ein Imageproblem? Sagt man bei einer Party auf die Frage „und was machst Du beruflich so?“ „Ich arbeite im Büro / in der Verwaltung“, wird meist nicht weiter nachgefragt. In der Presse ist die Verwaltung oft „an allem Schuld“. Und urlaubs- und krankheitsbedingte Abwesenheit ist ärgerlich, wenn man ein Anliegen hat. Ganz anders bei der ehrenamtlichen Arbeit: „Ich helfe bei der Tafel“ und schon hat man Pluspunkte.


Durch meine Bürobesuche kann ich bezeugen: Büroarbeit ist keinesfalls langweilig und die Mitarbeiter*innen sind wunderbar bunt und interessant. Ich kann nicht alle Fotos veröffentlichen und habe nicht alle Fototermine geschafft, deshalb hier eine Auswahl.Ganz herzlichen Dank denen, die mir ihre Bürotüren geöffnet haben (alphabetisch): Benjamin Albrecht (Lego-Modellbauer in der Altstadt), Claudia Bußjäger (Ratsbücherei), Prof. Dr. Heike Düselder (Museum Lüneburg), Dietmar Gehrke (Kreisarchäologie), Michael Kratzer (Museum Lüneburg), Urte Schreiber (ver.di Schröderstraße), Team ALA (Altstadt), Team Dialograum (Stadt Lüneburg).

Aus den Büros nun in die Herberge plus. Ich habe mich sehr gefreut, dass trotz der Hitze viele von Ihnen an der Führung teilgenommen haben. Und dass sich Dörte Grimm (Lebensraum Diakonie) und der Herbergsleiter Thorben Peters
2 Stunden Zeit für uns genommen haben – damit hatte ich nicht gerechnet. Wir haben eine Menge gelernt. Zum Beispiel, dass die Herberge plus nur ein Teil der Diakonischen Arbeit in Lüneburg ist. Es gehören u. a. auch das Wichernhaus, das Stövchen, Wendepunkt Salzstraße, drobs, Ma Donna und die Neue Arbeit dazu.


Welch ein Segen für unsere Stadt. Und das düstere Bild der Herberge plus – auch in der öffentlichen Wahrnehmung – hat sich für uns erheblich aufgehellt. Alle Räume sind hell und sauber, die Außenanlagen von Bewohnern mit Blumen bepflanzt, die 36 Wohnungen im Neubau auf dem neuesten Stand. Ausdrücklich lobte Herr Peters die gute Zusammenarbeit mit der PKL und der Polizei. In dieser Kooperation wird entschieden, wer wo wie von den Obdachlosen am angemessendsten aufgehoben ist. Das soziale Netz ist fest gespannt und fängt die auf, die anderswo fallen gelassen werden.


Unser nächstes Angebot ist eine Schifffahrt mit dem Ilmenau-Ewer am 26.07.26, allerdings nur für 12 Personen. Veranstalter ist hier der Förderkreis Industriedenkmal Saline Lüneburg e. V., wie sind also eine Gästegruppe. Die Fahrt kostet 25,00 €. Ich bin gerade mitgeschippert und habe auf der Fahrt nach Bardowick gelernt, wie anstrengend es ist, den schweren Mast aufzurichten und das Schiff auf der Rückfahrt zu treideln.
Neben der Arbeit als „Leichtmatrose in Ausbildung“ hatten wir auch eine Menge Spaß auf der Fahrt nach Bardowick, hatten ein Picknick am Ufer und besondere Naturerlebnisse: Biber, Eisvögel und Raubvögel waren zu sehen. Die professionelle Schiffscrew (rechts) hat gesteuert, manövriert und auf uns aufgepasst, denn bei Ein- und Ausstieg braucht man Hilfe. ALA-Vorsitzender Steffen Wolter (Foto Mitte) wird bei unserer Fahrt als Matrose mit an Bord sein. Bei Interesse bitte gleich anmelden, ich werde bei den wenigen Plätzen keine gesonderte Einladung verschicken.


In der Ferienzeit und danach können Sie ab 12. Juli die Ausstellung „Liebe oder Last – Baustelle Denkmal“ in der Johanniskirche besuchen. Hier ist das Betreten der Baustelle ausdrücklich erwünscht! Und kostenlos. Gastgeber ist das Ortskuratorium der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Ich werde im Juli eine DSD-Führung mitmachen und Ihnen im August eine Leserführung anbieten. Bis dahin verschwinde auch ich einige Tage in den Urlaub. (Dann bin ich weg – Santiano https://www.youtube.com/watch?v=s4cRKUdrb7M ). Auch Ihnen wünsche ich eine Atempause, damit wir gemeinsam wieder „volle Kraft voraus“ in den Herbst durchstarten können.
Herzliche Grüße
Magdalena Deutschmann
stadtgeschichten@alaev-lueneburg.de

No responses yet