Stadtgeschichten August 2026
Liebe Leserinnen und liebe Leser,
auch an uns als Denkmalschützer geht der Wahlkampf nicht spurlos vorbei. Gerade das Thema „Wohnungsleerstand“ betrifft uns als ALA, denn Wohnungsleerstand hat oft auch den Verfall der leer stehenden Räume und Gebäude zur Folge. Gut sichtbar z. B. in der Bäckerstraße und Am Sande. Wir Denkmalschützer*innen sind in vielen politschen Veranstaltungen dabei und sind auch selber aktiv: Die OB-Kandidatinnen und OB-Kandidaten haben von uns Fragen zur Beantwortung erhalten (Antworten demnächst auf der ALA-homepage).

Die Stadtratskandidat*innen waren zur Veranstaltung der Aktion „Wohnwende“ eingeladen (links). https://luene-blog.de/bezahlbarer-wohnraum-lueneburg-parteien-loesungen/ Man kann aber auch sonnabends an den Wahlständen in der Bäckerstraße die Parteien direkt befragen. So wollte ich wissen „Ich bin ehrenamtlich beim Denkmalschutz, warum sollte ich ihre Partei wählen?“ Die Antworten waren teilweise erschreckend. Auf die Frage, warum unsere Themen nicht im jeweiligen Parteiprogramm für Lüneburg enthalten seien antwortete jemand „Wen interessiert das schon?“
Uns interessiert, was aus unserer schönen Altstadt wird:
https://alaev-Lueneburg.de/alawordpress/stellungnahme-zur-geplanten-aenderung-des-niedersaechsischen-denkmalschutzgesetzes/. Und es ist uns wichtig, Ihnen zu zeigen, wofür wir kämpfen. Deshalb haben wir zur diesjährigen „Handwerkerstraße“ am 05./06.09.26 ein ganz besonderes Angebot: So werden diesmal einige Altstadthäuser selbst ihre Stadtgeschichte erzählen. Hinter den historischen Fassaden sind viele Häuser bereits entkernt. Einige Juwele aber haben ihre Schönheit auch innen bewahrt. Vor den Häusern Nr. 2, 3, 4, 6, 7, 8, 9, 20, 33, 34 und 35 in der Unteren Ohlingerstraße (Beispiele siehe unten) befinden sich große Aufsteller, die die Geschichte des Hauses wiedergeben. Das Erdgeschoss im Wohnhaus von Curt Pomp wird geöffnet. Zu bestimmten Zeiten erzählen ALA-Mitglieder Geschichten vor den Türen ausgewählter Häuser. Vieles in dieser Straße wurde durch oder mit Hilfe des ALA restauriert. So können Sie auch sehen, wofür Ihre Spenden an den ALA verwendet wurden und werden.
Am Eingang zur Unteren Ohlingerstraße wird es in diesem Jahr einen Flohmarkt mit Gegenständen aus unserem ALA-Materialspeicher Am Iflock geben. Viele Dinge aus Abbruchhäusern oder Nachlässen wurden von uns gesammelt, die sich noch gut verwenden lassen. Stöbern sie gerne…

Und noch etwas ist ganz neu: Von der „Alten Handwerkerstraße “ bis zum Alten Kran werden Besucher an beiden Tagen zwischen 12.15 Uhr und 15.00 Uhr einen Handelstreck erleben. Lüneburger Bauern und Händler ziehen mit historischen Karren ihre Waren zum Hafen. Es sind Salz, Bier und Kornsäcke für die Verschiffung nach Lübeck. Auf dem Rückweg werden die Karren mit Gütern ( Heringe, Marzipan) aus Lübeck beladen sein.
Eine weitere Besonderheit ist in diesem Jahr am Sonntag von 11-18:00 Uhr eine Verbindung zwischen westl. Altstadt und Marktplatz. Dort findet das Café des Städtenetzwerkes statt. Die Partnerstädte Lüneburgs laden zu einem Kulturfest der Begegnung ein.
Momentan befindet sich das Handwerk wieder im Aufwind. Unsere Handwerker auf der Handwerkerstraße um die Michaeliskirche zeigen ihnen gerne ihre Kunst. Auch für die Kinder haben wir uns viel ausgedacht. Für uns ehrenamtliche Gastgeberinnen und Gastgeber ist es die größte Freude, wenn Sie alle unser Fest besuchen!




Am Sonntag, dem 13.09.26 haben Sie die Qual der Wahl; denn es ist „Tag des offenen Denkmals“ und viele Häuser und Orte laden zur Besichtigung ein. Auch unser Speicher Am Iflock wird wieder göffnet. Besonders empfehlen möchte ich einen Besuch des Hauses Wandfärberstraße Nr. 9. Seit 2023 verfolgen wir die Verwandlung dieses Hauses vom Schandfleck zum wunderschönen Fachwerkbau. Zur Frage „Liebe oder Last? – Baustelle Denkmal“ sagt Bauherr André Witte: „Belastend war, dass unerwartet vieles in der Baustruktur fehlte oder abgängig war“. Es gab auch erfreuliche Überraschungen: Inzwischen ist belegt, dass das Haus viel älter als zunächst vermutet war. Das vermutlich 1558 gebaute Haus gehörte bis 1661 zum Kloster Isernhagen und wurde als Stadthaus der Kommunität genutzt. Für die Restaurierung gab es eine Förderung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Hier entsteht ein Alterswohnprojekt mit Mehrgenerationencharakter.


Über eine Wiederbelebung freut sich auch das ehemalige Café Klatsch, das unter dem neuen Namen“Initiativenhaus“ am 22.08.26 eingeweiht wurde. Bei herrlichem Wetter trafen sich die neuen Bewohner von ADFC, BUND, diversu, Greenpeace, JANUN, weitere Initiativen und Gäste im urigen Biergarten.


Auch bei den Gebäuden neueren Datums tut sich etwas: Der „Weiße Turm“ wird bunt!
Bummeln Sie doch mal durch diese Hochhaussiedlung, die von vielen als „Problemviertel“ bezeichnet wird. Da hat sich in den letzten Jahren ganz viel getan. Links sehen Sie die vergrauten in die Jahre gekommenen Häuser, wie wir sie kennen. Rechts ist der Beweis, dass man auch auch diese Architektur verbessern und verschönern kann. Ganz neu im Viertel: Ein Spiel- und Sportplatz für Kinder und Erwachsene! Probieren Sie ihn mal aus…


Zurück zu den Wahlmöglichkeiten. Ich werde es Ihnen nicht leicht machen! Denn viele Lüneburger Projekte bewerben sich bei der Regionalbahn „Erixx“ um eine Fördersumme bis zu 2000 €. Stimmen Sie für die Musikalische Landpartie mit dem Jugendensemble „Fidelissimo“ und dem Lüneburger Kammerorchester oder für Queer in Lüneburg e.V. oder für das mobile Trauercafé „Au revoir“ oder für den Förderkreis Inselsee Scharnebeck oder für die Kindertafel des Paul-Gerhardt-Ladens: https://www.erixx-holstein.de/heins-herzensprojekte-bewerbung/ bis zum 20.09.26.


Die wichtigste Wahlmöglichkeit, die ich Ihnen ans Herz legen möchte, haben Sie natürlich am13.09.26 in Ihrem Wahllokal vor Ort. Der ALA, hier in Person von Inga Whiton (Foto oben rechts), macht schon ordentlich Druck, dass wir alle zur Wahl gehen sollen. Und mein persönlicher Assistent (Foto oben links)sagt: Alles ganz einfach: Blau ist Oberbürgermeister*in, rosa ist Landrat, gelb ist Gemeinderat und grau ist Kreistag. Alles richtig ankreuzen und in den weißen Umschlag, Wahlschein ausfüllen und alles in den roten Umschlag und ab in den Briefkasten oder die Wahlurne.
Herzliche Grüße von
Magdalena Deutschmann
ALA-Stadtgeschichten
stadtgeschichten@alaev-lueneburg.de
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