Ein großer Gestalter Lüneburgs
Am letzten Sonntag hatte Steffen Wolter das Vergnügen, an einer spannenden Führung teilzunehmen: die Lüneburger Denkmalpflegerin Cornelia Abheiden führte zu den wichtigsten Gebäuden, die Herrmann Matthies um die Jahrhundertwende 18/19. Jh. in Lüneburg errichtet hat.
Matthies (geboren 1871 / gestorben 1911) war zeitlebens Lüneburger und hatte als Besitzer einer Ziegelei in Ebstorf und vor allem als Architekt bis heute sichtbaren Einfluss auf das Bild unserer Stadt. Vom Teichwärterhaus bis zur Altbrückentorstraße 5/6, von Am Berge 4 bis zur Bäckerstraße 29 baute Herrmann Matthies seine Häuser mit den typischen Giebeln, Fassaden und Türmen der Backstein-Neugotik. Von den Türmen sind leider nicht mehr alle erhalten, sie fielen zwischenzeitlichen „Modernisierungen“ zum Opfer.


Seine Interpretation und Gestaltung von Ziegel, Gesimsen, Fenstern und der typisch Lüneburger Gebäude-Silhouette fügt sich seit jeher sehr schön ins Stadtbild ein und trägt – neben den viel älteren Giebelhäusern – wesentlich zum sehenswerten Bild unserer Innenstadt bei.
Die profunde Führung von Frau Abheiden vermittelte die Entwicklung der Matthies’schen Entwürfe, die oft in Zusammenarbeit mit dessen Bruder entstanden. Trotz seines kurzen Lebens ist Hermann Matthies’ Erbe in Lüneburg sichtbar und prägend.


Um die Erinnerung an diesen einflussreichen Sohn der Stadt weiter zu würdigen, unterstützt der ALA mit den Einnahmen der diesjährigen Alten Handwerkerstraße die Restaurierung des Grabmales von Hermann Matthies auf dem Michaelis-Friedhof. Die neogotische Gewölbe-Grabstätte wurde für den Vater der Familie 1894 errichtet und steht inzwischen selbst unter Denkmalschutz.

Fotos: ALA

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